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ISAF Afghanistan, NATO, Beginn: 2002

Nach dem über 22 Jahre andauernden Bürgerkrieg in Afganistan konnte Ende 2001 mit Hilfe der Vereinigten Staaten und Großbritanniens das Taliban-Regime in Kabul gestürzt werden. Der Weltsicherheitsrat beschloss auf der Grundlage des "Petersberger Abkommens", welches sich auf Regelungen bezüglich der Übergangszeit bis zur Schaffung dauerhafter Regierungsinstitutionen bezog, im Dezember 2001 die Aufstellung der "International Security Assistance Force"(ISAF).

Die ISAF ist keine friedenssichernde Blauhelm-Truppe, sondern eine vom Sicherheitsrat genehmigte UN-Schutztruppe, die aus freiwillig gestellten Soldaten und Finanzen der beteiligten Staaten besteht. Das UN-Mandat wurde mehrfach erneuert, die letzte Erneuerung wurde durch die Resolution 1833 des UN-Sicherheitsrates vorgenommen, die das Mandat bis September 2009 ausdehnt.

Seit 2002 beteiligt sich die Bundeswehr an der NATO-geführten ISAF. Am 16. Oktober 2008 beschloss der Bundestag die Verlängerung des Einsatzes um weitere 14 Monate. Die personelle Obergrenze für den Einsatz beträgt 4.500 Soldaten; aktuell befinden sich 3.560 Soldaten im Einsatz in Afghanistan.

Die Deutsche Bundeswehr ist vor allem im Norden Afghanistans stationiert und hat dafür als Leitnation die Verantwortung übernommen.

Die Aufgabe der ISAF ist die Unterstützung der gewählten Regierung Afghanistans zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes in Afghanistan. In erster Linie soll so der Wiederaufbau Afghanistans, die Etablierung demokratischer Strukturen und die Durchsetzungsfähigkeit der frei gewählten Zentralregierung vorangetrieben werden. Die ISAF darf im Rahmen der Erfüllung der Resolution 1386 des UN-Sicherheitsrats alle Mittel, auch Waffengewalt, anwenden (sogenanntes robustes Mandat).

Trotz der in den letzten Jahren erzielten Fortschritte im Wiederaufbau und der Stabilisierung des Landes bleibt die Sicherheitslage instabil, Selbstmordattentate und terroristische Übergriffe geben Grund zur Vorsicht. Insgesamt sind seit Beginn des Einsatzes in Afghanistan 862 Soldaten gestorben, darunter 30 deutsche Bundeswehrsoldaten.

Thekla Nockert, März 2009